Frauen* in der Wissenschaft
International Day of Women and Girls in Science 2026 an der Fakultät für Mathematik

Der International Day of Women and Girls in Science ist eine Initiative der UNO, um auf die Geschlechterdiskrepanz in den Naturwissenschaften aufmkersam zu machen.
Auch heuer beteiligt sich die Fakultät für Mathematik daran - mit Veranstaltungen, Stellenangeboten und Infos zu unseren Forscherinnen.
Wir nehmen Fahrt auf
Die erste bekannte Frau auf dem Gebeit der Mathematik war in der Spätantike Hypatia (ca. 360– 415) aus Alexandria in Ägypten. Sie befasste sich unter anderem mit Geometrie, Zahlentheorie und Astronomie. Vermutlich war Hypatia auch die erste Frau, die Mathematik lehrte.
Aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit sind so gut wie keine Mathematikerinnen bekannt. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts konnten Frauen Stück für Stück ihr Recht auf Bildung durchsetzen und in die Naturwissenschaften drängen.
An der Universität Wien war Cäcilie Wendt die erste promovierte Mathematikerin und Naturwissenschaftlerin: Sie erhielt ihren Doktortitel im Jahr 1900. Wendt war überhaupt erst die dritte Frau, die ein Doktorat an unserer Universität abschloss.
Österreichs erste berühmte Mathematikerin war Olga Taussky-Todd. Nach ihrem Studium an der Universität Wien führte sie ihre Forschung zu Algebra und Matrizentheorie unter anderem nach Cambridge und ans Caltech.
Maria Hoffmann-Ostenhof habilitierte sich 1991 als erste Frau an unserer Fakultät – damals noch das Institut für Mathematik. Ein Jahr später wurde sie auch erste außerordentliche Mathematik-Professorin an der Universität Wien.
2010 wurde mit Goulnara Arzhantseva schließlich die erste Frau zur ordentlichen Mathematik-Professorin berufen. Mittlerweile gibt es acht Professorinnen an unserer Fakultät – zwei davon sind auch als Vizedekaninnen in der Fakultätsleitung aktiv.
Insgesamt sind rund 90 Frauen an unserer Fakultät an Forschung und Lehre beteiligt. Unter ihnen sind zum Beispiel:

© Joseph Krpelan | derknopdruecker.com
Professorin & Vizedekanin
Sara Merino Aceituno
Ich wende Mathematik an, um Probleme zu untersuchen, die in der Biologie auftreten, und arbeite häufig mit experimentellen Forschungsgruppen zusammen. Ich habe Mathematik in Spanien und später im Rahmen des Erasmus-Programms in Frankreich studiert, bevor ich meinen Doktortitel in Großbritannien erworben habe. Seit 2018 arbeite ich an der Fakultät für Mathematik der Universität Wien, wo ich es genieße, Mathematik zu unterrichten, neue mathematische Ideen entwickle und Mathematik mit anderen teile.

© privat
Assistenzprofessorin
Himani Sachdeva
Ich verwende mathematische Modelle, um zu verstehen, wie genetische Variation in natürlichen Populationen aufrechterhalten wird, sowie um langfristige Populationsentwicklungen wie Anpassung, Speziation und Aussterben zu untersuchen. Außerdem interessiert mich, inwieweit wir die Spuren verschiedener Prozesse – natürliche Selektion, Demografie und räumliche Populationsstruktur – in Genomdaten entwirren können. Das ist besonders relevant angesichts der zunehmenden Verfügbarkeit großer Mengen von Genomsequenzen verschiedener Organismen und der laufenden Bemühungen, aus diesen Daten Rückschlüsse und Vorhersagen zu ziehen. Meine Forschung liegt an der Schnittstelle zwischen Mathematik und Biologie und profitiert in hohem Maße von der Interaktion mit beiden Disziplinen.

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Projektleiterin (Postdoc)
Anupam Gumber
Meine Forschungsinteressen liegen an der Schnittstelle zwischen angewandter harmonischer Analysis und maschinellem Lernen, mit einem Schwerpunkt auf Funktionalanalysis, inversen Problemen, Operatorlernen und der Mathematik hinter Data Science.

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Projektmitarbeiterin Praedoc
Inés Vega González
Ich bin Doktorandin am Institut für Mathematik der Universität Wien. Mein Hauptinteresse gilt der mathematischen Allgemeinen Relativitätstheorie, und meine Forschung konzentriert sich auf die Suche nach Erweiterungen der Singularitätssätze mit geringer Regularität unter Verwendung elliptischer Regularität. Schon seit meiner Kindheit interessiere ich mich für Naturwissenschaften und dafür, wie unser Universum funktioniert. Diese Leidenschaft veranlasste mich, einen Bachelor in Physik zu absolvieren, und dabei entdeckte ich, dass die Mathematik der Schlüssel ist, der uns hilft, die Modelle und Systeme zu entschlüsseln, die die Welt um uns herum beherrschen. Dieses Fachgebiet ist stark männlich dominiert, und je höher man auf der akademischen Karriereleiter aufsteigt, desto ausgeprägter ist es. Deshalb bewundere ich besonders intelligente Frauen, die es schaffen, großartige Entdeckungen zu machen und hart in einem Umfeld zu arbeiten, das manchmal nicht sehr einladend ist. Ich hoffe, dass wir in Zukunft eine vielfältigere Gemeinschaft sehen werden, die dazu beiträgt, die Wissenschaft voranzubringen und weiterzuentwickeln.
Professorin
Olga Mula
Partial Differential Equations (PDEs) are a powerful mathematical tool for describing the fundamental laws of nature. They play a crucial role in understanding countless phenomena, including key modern research areas such as the dynamics of machine learning algorithms or the behavior of quantum computers. However, solving PDEs exactly is often impossible, so we must rely on computer-based approximations. Ensuring these computations are both accurate and applicable to real-world problems is the core focus of my research.

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Vertragsassitentin Postdoc
Waltraud Huyer
Meine Forschungsinteressen sind Optimierung (globale und lokale Optimierung) und numerische Analysis. Derzeit betreue ich auch ziemlich viele Bachelorarbeiten, hauptsächlich für den Lehramts-Bachelor.

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Projektleiterin (Postdoc)
Iryna Karpenko
Meine aktuellen Forschungsinteressen liegen im Bereich der mathematischen Physik und beziehen sich auf integrierbare nichtlineare Gleichungen. Insbesondere interessiere ich mich für die direkte und inverse Spektral- und Streutheorie, die inverse Streutransformation (insbesondere in Form des Riemann-Hilbert-Problems) für integrierbare nichtlineare partielle Differentialgleichungen und die Langzeit-Asymptotik nichtlinearer Wellengleichungen.

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Projektmitarbeiterin Praedoc
Denise Schmutz
Ich arbeite an theoretischen Modellen, die zeigen, wie man die Rotation und Translation von Objekten – etwa biologischen Zellen – aus zeitlichen Tomographie-Daten rekonstruieren kann. Mich fasziniert besonders die mathematische Analyse: Wann ist diese Rekonstruktion eindeutig, für welche Objekte funktioniert sie und wo machen Symmetrien Probleme?

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Universitätsassistentin Praedoc
Chiara Schindler
Ich arbeite an stochastischen Differentialgleichungen für Optimierung, d.h. ich beschäftige mich mit Minimierungsproblemen und deren Verallgemeinerung auf die Welt sogenannter "monotoner Operatoren" im Fall, dass keine genaue Auswertung der zu minimierenden Funktion bzw. des Operators zur Verfügung steht.

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Professorin
Vera Vértesi
Meine Arbeit konzentriert sich auf Klassifizierungs- und Strukturfragen für Kontakt-3-Mannigfaltigkeiten und die darin enthaltenen Legendrian- und Transversalknoten, wobei ich Werkzeuge aus der Heegaard-Floer-Homologie und der Kontakthomologie verwende. Neben der Arbeit mit klassischen Techniken wie konvexen Flächen, offenen Büchern und der Heegaard-Floer-Homologie interessiere ich mich für die Erweiterung von Ideen aus der dreidimensionalen Kontakttopologie auf höhere Dimensionen.

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Universitätsassistentin Postdoc
Kata Sebök
Ich interessiere mich für die Beziehung und die Eindrücke von Studierenden (insbesondere angehenden Mathematiklehrern) zur Mathematik: Was verstehen sie unter „Mathematik” und wie erleben sie sich selbst in Bezug darauf? Außerdem arbeite ich seit mehreren Jahren mit Felix Lensing von der FU Berlin zusammen und wende die eidetische Methode des Philosophen Edmund Husserl an, um einige grundlegende Fragen zu untersuchen, die für den Mathematikunterricht relevant sind: Was bedeutet es, ein Stück Mathematik zu "verstehen" oder zu "kennen"? Wie können wir als Forscher normative Aussagen darüber rechtfertigen, wie mathematisches Lernen aussehen sollte?

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Universitätsassistentin Praedoc
Marta Sálamo Candal
Ich bin Doktorandin im zweiten Jahr an der Universität Wien und arbeite an der Schnittstelle zwischen Geometrie, Maßtheorie und allgemeiner Relativitätstheorie. Insbesondere interessiere ich mich dafür, Kurvenbeschränkungen in Raumzeiten mithilfe von Werkzeugen aus dem Bereich des optimalen Transports zu verstehen.

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Projektmitarbeiterin Praedoc
Melda Akyazi
Meine Forschung befindet sich an der Schnittstelle zwischen Wahrscheinlichkeitstheorie, Kombinatorik und mathematischer Physik. Durch die Untersuchung von Zusammenhängen zwischen kombinatorischen Objekten und Modellen aus der statistischen Mechanik möchte ich verstehen, warum dieselben Phänomene, wie beispielsweise Grenzformen und universelles Fluktuationsverhalten, in scheinbar unterschiedlichen physikalischen und mathematischen Systemen auftreten.
Für Schülerinnen: Geschichten und spannende Momente mit unseren Mathematikerinnen
Anlässlich des Internationalen Tages der Frauen und Mädchen in der Wissenschaft lädt die Fakultät für Mathematik Schülerinnen der letzten beiden Oberstufenklassen zu einer speziellen Veranstaltung vor Ort ein. Ziel ist es, einen authentischen Einblick in das Mathematikstudium und die Forschung an der Universität zu geben.
Für alle: Ausstellung "Women in Science"
Im Eingangsbereich der Mensa in der Kolingasse 14-16 läuft von Anfang Februar bis Ende Juni die Austellung Women in Science von Assoz. Prof. Angelika Manhart. Der Eintritt ist natürlich frei!
Für Forscherinnen: E-STEEM-Postdoc-Call
Mit E-STEEM hat die Universität Wien ein Programm ins Leben gerufen, um Frauen in den MINT-Fächern und den Wirtschaftswissenschaften zu fördern – Bereichen, in denen Frauen weiterhin unterrepräsentiert sind.
An der Fakultät für Mathematik kann man sich in Zuge dessen bei einem unserer 23 Hosts als Postdoc bewerben:
